Hawaii 2022 - Reisetagebuch
Nach langer harter Vorbereitung können wir trotz COVID-19 Pandemie im Januar/Februar 2022 unsere 4-wöchige Reise nach Hawaii antreten.
Wir starten Hawaii 2022
Abreise aus Hegi, Winterthur. 23.1.2022.
Der Plan zwischen 23.1.2922 und 20.2.2022: Zürich - LA - Honolulu (Oahu, Hawaii) - Maui - Kauai - Big Island, Hawaii - Oahu - San Francisco - Zürich
23.1.-24.1.: Los Angeles & Honolulu
Nach 11-stündigem Flug waren wir am Sonntag Abend noch im Shore Hotel in Santa Monica angekommen. Für uns war es gefühlt natürlich mitten in der Nacht während wir Sonntag Abend das Restaurant Quartier von Santa Monica durchstreiften. Daher wurde auch nicht lange gesucht und wir entschieden uns für den Mexikaner direkt neben unserem Hotel. Danach verfielen wir in fast 12-stündigen, Jetlag-unterbrochenen Schlaf.
Montag Morgen war dann wunderbar: angenehm milde 20Grad und strahlend blauer Himmel verführten uns zu einem Morgenspaziergang entlang der legendären Strandmeile von Santa Monica.
Frühgestückt wurde erst danach im Hotel: Oats & Avocado Toast. Mit dem bestellten Taxi gabs dann erste kleinere Problemchen da es zwar ein tolles Fahrzeug mit gutem Lenker aber leider im Grossen und Ganzen nicht anwesend war :)
Ein cooler und spontaner Uber-Fahrer übernahm dann den Job und brachte uns zum Flughafen LAX.
Wie der Name schon sagt ging es dort recht reLAXt zu … obwohl wir alle möglichen (COVID) Dokumente nochmals zeigen mussten.
Der 6-stündige AA Flug LAX-Honolulu war dann ein Tiefpunkt: keine Bildschirme im Flugzeug und nichtmal ein Snack… naja reden wir nicht mehr drüber. Nach Honolulu wurden wir transportiert und darauf kommt es schliesslich an. Dort war es dann um 19:00 schon dunkel als wir im Surfjack Hotel mitten in der wunderbar sauberen Stadt ankamen. Hotel genial, Abendessen im hoteleigenen Restaurant ebenfalls super. Es gab Veggieplate und Veggieburger.
24.1.-26.1.: Honolulu, Oahu
Nach dem Abendessen im Surfjack waren wir so gejetlagget und fertig, dass wir im coolen Hotelzimmer ins Bett fielen und nahezu 12h schliefen. Am Morgen des 25.1. spazierten wir dann staunend der wunderbaren Waikiki Strandpromenade entlang um im Barefoot Beach Café ein ausgezeichnetes Strandfrühstück zu geniessen. Den Rest des Tages verbrachten wir die Südseestadt erkundend: Ala Moana Einkaufszentrum (natürlich in alle Richtungen offen), Downtown, Chinatown, Foster Botanical Garden. Nach kurzem Lunchstop im Moana-Center ging’s zurück zum Hotel und grad weiter auf eine wunderschöne Sunset-Jogging Runde entlang dem Kanal und dem Waikiki Beach. Geduscht und recht hungrig entschieden wir uns für eine Pizza im „Californian Pizza Place“. Nach der zweiten und letzten Nacht im genialen Surfjack ging es am Morgen des 26.1. per Taxi früh an den Flughafen richtung Maui!
26.1.-27.1.: Ankunft auf Maui, Kihei & Haleakalā
Nach kurzem, problemlosen Flug von Honolulu (Oahu) nach Kahului (Maui), konnten wir uns bei Alamo irgendein Mietauto in der Tiefgarage aussuchen: es wurde ein 0815-Nissan Sentra. Er war uns sympathisch weil er so normal aussah.
Wir deckten uns mit ein paar Grundnahrungsmittel im nahen Supermarkt ein, düsten Richtung Süd-Westen von Maui, wo wir im historischen Städtchen Laheina im Black Jack’s guten Salat genossen und erkundeten dann die Westküste bis hinauf nach Napili. Am Nachmittag des 26.1. ging’s dann zurück via Laheina nach Kihei, wo wir uns in einer Mischung aus Geocache-Suche und Airbnb auf die Suche nach unserer Unterkunft begaben. Wir wurden zu guter letzt fündig und bezogen das gemütliche Condo von Superhost Tracey mit Sonnenuntergangblick, aufblasbarem Bett Yogamatten, Okulele und „Smooth Sound Machine“.
Wir waren zunächst zwar zu geschafft um noch an einen speziellen Aussichtspunkt zu fahren von dem aus man den berühmten Maui-Sonnenuntergang bewundern könnte, aber siehe da: direkt gegenüber unseres Condo entdeckten wir einen schmalen Strandzugang. So konnten wir schlussendlich, nur wenige Schritte von unserer Unterkunft entfernt, doch den Sonnenuntergang und tatsächlich auch Wale in der Ferne bestaunen. Den Abend liessen wir mit Chicken Tikka Masala beim nahen Inder recht früh ausklingen. … Recht früh, da wir am Morgen des 27.1. um 4:00 aufstanden. Der Plan: um 4:45 abfahren und den 3055 Meter hohen, Ostmaui dominierenden Vulkan Haleakala bezwingen. Fairerweise muss gesagt werden dass 3050 der 3055 Höhenmeter mit dem Auto erklommen werden können. Warum aber so früh raus aus den Federn? Klar: um den Sonnenaufgang als einzigartiges Schauspiel vom Gipfel aus bewundern zu können. So weit so perfekt. In der stockdunklen Nacht Mauis erklommen wir mit unserem Nissan also Kurve um Kurve der Höhenstrasse auf den Haleakala, bis…. naja bis wir 30min vor dem Gipfel angehalten wurden und uns ein Parkwächter fragte ob wir eine „Permit gebucht hätten“. Hatten wir natürlich nicht. Es stellte sich raus dass man zwischen 3am-7am nur mit Genehmigung auf den Gipfel darf. So verbrachten wir den glorreichen Sonnenaufgang in 2700 Meter Höhe, im
Auto schlafend im Schatten des mächtigen Vulkans. Auch schön. Dafür konnten wir ab 7:00 Vollgas geben, die Aussicht vom Gipfel bei (immerhin) Morgenstimmung geniessen und danach den beachtlichen „Sliding Sands Trail“ bewandern. Letzterer führte von der gewaltigen Kraterwand ca. 500 Höhenmeter hinab bis an den Boden des Lavahochplatteaus (also den quasi-Boden des Kraters). Der Hin- und Retourweg verlangte uns einige Schweissperlen ab, verschlang unsere Energie und Wasserreserven, liess uns Bekanntschaft mit der Donnerparty (-> am Besten Googeln ;) ) schliessen und war vor allem ein grossartiges Abenteuer.
Am Rückweg vom mächtigen Berg stoppten wir im Café des Amis im herzigen Art-Deco Örtchen Paia und genossen wohlverdiente Crêpes. Am Abend gabs fette feine Burger im „What Ales You“ in Kihei und danach fielen wir wohlverdient ins Bett.
28.1.-29.1.: Road to Hana, Pad-Thai Nudeln & back
Am 28.1. gingen wir die 600 Kurven der berüchtigten Strasse nach Hana an. Um 8:30 zogen wir aus Tracey‘s tollem AirBnB Condo aus, steuerten Paia für ein leckeres Frühstück mit grausamem Kaffee (USA steckt ja immer noch im Zeitalter des Filterkaffee fest) an, tankten zur Sicherheit auf und legten dann Meile um Meile, Kurve um Kurve, Brückchen um Brückchen zwischen Meer, Klippen und Regenwald zurück. Während der 4-stündigen Fahrt absolvierten wir 1-2 Jungle-Walks, erklommen einige aussergewöhnliche Lookouts, bestaunten Wasserfälle und paradiesisch anmutende Pools.
Im entlegenen Nord-Osten Maui’s liegt dann das verträumte Regenwalddorf Hana. Dort bezogen wir ein geräumiges Hotelzimmer nahe am Meer und tauchten zum Abendessen ganz in die lokale Kulinarik ein: Es gab grünes Curry und Pad-Thai Nudel am lokalen Foodtruck. Amerikanisch-traditionell halt :)
Nach einer tropisch-warmen Nacht im Hana-Maui-Hotel waren wir wieder um 6:00 auf den Beinen, um auch wirklich die ersten zu sein die ab 7:00 in den Wai’anapanapa State Park eingelassen werden würden. Der Plan ging im Grossen und Ganzen auf, obwohl es mit Sonnenaufgangsbeobachtung im Park knapp wurde. Wir durften eine wunderbare Morgenkulisse über den Klippen der rauen und entlegenen Nord-Ostküste Maui’s geniessen. Entlang eines geheimen Trails, den uns zwei Bostoner Insidertouristen zeigten, erkundeten wir die Klippenlandschaft, erstarrte Lavaströme und den tiefgrünen Regenwaldbewuchs während die Morgensonne durch die tiefhängenden Wolken strahlte. Wunderbar! Frühgestückt wurde dann im Hana Maui Resort wo zwar die Aussicht stimmte doch leider weder Fruchtsaft noch Kaffee, „Saisonfrüchte“ (ob Himbeeren, Schwarzbeeren und Erdbeeren auf Maui wirklich jemals Saison haben sei dahin gestellt) oder Omelett. Für den Preis war einfach alles einen Tick zu mittelmässig. Wir fuhren aber 30 Minuten später mit ausschliesslich positiven Impressionen aus Hana ab. Da unser 0815-Nissan natürlich kein höhergestelltes Fahrwerk besass konnten wir nicht die Südroute um den Haleakala nehmen, sondern fuhren die 600 ursprünglichen Kurven wieder retour was unsere Stimmung aber absolut nicht trübte. Letztere enttrübte sich sogar noch mehr, als wir (wiedermal) in Paia zwischenstoppten und im wunderbaren „Better Things“ Café Cappuccino und Almond-Scones genossen.
Dann ging’s weiter zu unserer dritten Airbnb Unterkunft auf Maui.
29.1.-1.2.: Laheina & allerlei Maui
Am Samstag den 29.1. nach unserer Rückkehr aus dem entlegenen Hana, quartierten wir uns in unsere neue Airbnb Unterkunft in der alten Hauptstadt der Insel Laheina ein. Jenen LeserInnen die momentan gerne mit uns tauschen würden sei nun als kleines Trostpflästerchen gesagt, dass die Unterkunft hier in Laheina alles andere aber nur nicht „super“ und schon gar nicht „dem Preis angemessen“ war. Wir fanden ein eher dunkles, eher enges (aber sauberes) Kämmerchen ohne Herd ohne Balkon, aber wenigstens mit cooler Dusche vor. Am Ende war das Zimmerchen absolut ausreichend, allerdings nicht „ausreichend genug“, um es Anina am Montag den 31.1. zu erlauben ihren geplanten Online-Yogakurs durchzuführen. Wie auch immer: die drei Tage zwischen 29.1. und 1.2. verbrachten wir sowieso hauptsächlich auf Achse, den Rest des wunderschönen Maui erkundend und erlebend.
Dieser „Rest“ hatte es in sich: Surferstrände, malerische Sonennuntergänge, einen 1-stündigen Schnellabstecher ins berüchtigte Iao-Valley in den westlichen Bergen Mauis, kurze Joggingrunden durch Lahaina, Walsichtungen vor und während einer Bootstour auf einem Katamaran, eine aussergewöhnlich coole Besichtigungstour um die westliche Inselhälfte inklusive Abstecher zu „Blow Whole“, „Olivine Pools“ und „schottischer Hochlandlandschaft direkt neben tropischem Regenwald“, lokale Pizza mit mehr angebratenem Knoblauch als am durchschnittlichen Rotsohlerschweinsbraten (-> leider nicht googelbar), Penne&Pasta und wirklich ausgezeichnetem Fischsteak. Vielleicht noch für viele LeserInnen interessant: Am letzten Abend vor dem Abflug gen Kauai bekam dann unser Airbnb-Wäschetrockner einen Piepsanfall, der wohl nicht nur die Nachbarn, sondern auch die Hühnerfamilie, die im und um den Unterkunftsparkplatz lebt, aufschreckte. Die Lehre daraus: nicht mehr nach 22:00 Wäschetrocknen. Homepage updaten reicht :)
Morgen am 1.2. geht es wie angekündigt dann weiter nach Kauai.
1.2.: Ankunft Hanalei, Kauai
Schon der erste Eindruck von Kauai war ein anderer als jener von Maui. Als wir Montag den 1.2. am frühen Nachmittag am Flughafen in Li‘hue mit der Hawaian Air landeten, wirkte bereits alles viel bodenständiger und etwas ursprünglicher als auf Maui. Im nahen Walmart und 7-Eleven deckten wir uns mit Lunch und dem Notwendigsten (also: Wasser, BBQ Chips, Chili-Lime Chips) ein, um danach die Rundfahrt der Insel gen Nord-Osten anzutreten. Auch wenn sich sogar auf dem ruhigeren Kauai wahre Automassen den überfüllten Highways entlang wälzen, fehlten hier von Beginn an die Hotelkomplexe der vielen Touristenorte Mauis. Weiter nach Norden wurden auch die Autos weniger und nach einer Lunchpause an einem „Scenic Lookout“ mit Blick auf Surferstrand und den wilden Ozean, nahm dann auch der Regenwald links und rechts der Strasse immer mehr überhand. Ab Princeville begann dann die Sache mit den „Single Lane Bridges“…. Brücken an denen man den entgegenkommenden Autos Vortritt lässt, weil sie zu eng für zwei Fahrtrichtungen sind. Ein gutes Dutzend dieser Brücken galt es zu überqueren, als wir durch dichter werdenden Dschungel, über wilde Wasserläufe und durch alte Reis- und Tarofelder ins entlegene Hanalei vordrangen. Hanalei hat etwas von einem touristisch erschlossenen Dschungelcamp das aber ausserdem an den traumhaften Stränden des ungebändigten Pazifik liegt. Hier brechen die Wellen in meterhohen Türmen an den vorgelagerten Riffen der sanften, palmengesäumten Strände. Hier ergiessen sich wilde Flüsschen aus den dschungelgrünen, regenreichen Bergen direkt in den Ozean. Hier wächst der Regenwald seitlich, über, unter und in die Häuser und Anwesen die im Baustil an die Kolonialzeit erinnern.
Und hier, an diesem malerischen Ende der Welt… und noch ein paar hundert Meter dahinter, lag unsere Unterkunft: das Hanalei Colony Resort! Auch wenn die Einrichtung teilweise den Eindruck erweckte wirklich noch aus der Kolonialzeit zu stammen, so entschädigte doch die grosszügige Raumgestaltung unserer Unterkunft, der Balkon mit Aussicht auf die Welleberge des Pazifik und die unglaubliche Lage am Hollywood-Honeymoon-Strand (oder das könnte er zumindest sein), dreifach.
Uns blieb am Abend des 1.2.2022, während in der Heimat noch der Winter und COVID wüteten, eigentlich bloss eines übrig: barfuss am Palmenstrand in den Sonnenuntergang zu laufen und danach im Restaurant des Hotels Quesadillas und Ahi (lokaler Tunfisch) zu speisen. What a day!
2.2.-3.2.: Hanalei
Auch am Mittwoch den 2.2. hielt es uns am Morgen nicht länger in den Federn als sonst (weil die Nacht eher schwül und irgendein Gebläse eher laut war). Zwischen 7:00 und ca. 10:00 korrigierte Gernot Prüfungen und Anina konnte bei ihrer Mittwoch-Abend Yogasession online teilnehmen. Damit hatten wir uns ein spätes Frühstück bei der Hanalei Bread Company wirklich verdient. Das perfekte Frühstück zwischen freilaufenden Hühnern war dann auch die perfekte Unterlage für eine Wanderung vom Dorfrand durch einen steilen Dschungelpfad auf den immerhin 388m hohen Haushügel von Hanalei.
Fun Fact zwischendurch: die freilaufenden Hühner, die uns beim Frühstück im Dorfkern umkrähten und auch die Hähne die uns frühmorgens weckten sind auf Kauai weder Zu- noch Einzelfall. Die ganze Insel ist voll mit dem Federvieh… Und zwar nicht etwa weil es dort einheimisch ist, oder weil unbedachte, frühe Europäische Siedler (wie sonst ja fast üblich) diese freigelassen hatten, sondern weil ein Hurrikan im Jahre 1992 eine Hühnerfarm zerstörte und sich die fedrigen Gesellen seit damals, ohne viel Schaden anzurichten, munter vermehren.
Naja, zurück zum Tagesgeschehen: nach unserer Wanderung fuhren wir ins nahe Kilauea, wo wir Abstecher zum Leuchtturm, dem angrenzenden Vogelparadies, der Kauai Juice Co., sowie dem herzigen Trilogy-Café unternahmen. Am Abend erkundeten wir Hanalei und mussten feststellen, dass es ohne vorherige Reservierung nicht einfach ist einen Platz in den wenigen Restaurants des herzigen Dschungelortes zu ergattern. Wir schafften es dann grade noch im „Gourmet Hanalei“ Salat und Burger zu bekommen. Es sei erwähnt, dass der Amerikaner ein Restaurant das „Gourmet“ im Namen trägt wohl leicht anders konzipiert als dies ein Europäer tun würde: hierzulande ist das so eine Art Sportbar in der Bier und Whisky ausgeschenkt werden während auf zwei Bildschirmen Sportsendungen (Hier:Basketball und Surfen) laufen und die Kellnerinnen zwar nett sind, aber Metallbesteck wohl nur gerüchteweise kennen. Da haben wir also wieder was über die rätselhafte US-amerikanische Kultur dazugelernt. Wie auch immer: das Essen war ganz ok und erfüllte nach einem langen, tollen Tag seinen Zweck.
Vom Donnerstag den 3.2. werden wir jetzt mal eher kompakt berichten, da sonst wohl wieder eine Flut von Protestmails in unserer Redaktion eingeht „wir mögen uns kürzer fassen“. Also gut: aufwachen, gemütlicher Morgenjogg, nochmals Frühstück bei Hanalei Bread Company (diesmal Peanutbutter Toast und Lachstoast -> nicht mehr ganz zu fein wie am Vortag), Fahrt zu Wailua Waterfalls (-> überschätzt, da man Wasserfälle nur von Parkplatz aus beobachten kann), Zwischenstopp im Java Kai Kaffee für köstlichen Cappuccino, Strandgenuss am Anidri Beach, auf Rückfahrt Zelt und Unterlagsmatten mieten für morgigen „Kalalau Trail“, Proviant für Wanderung besorgen, Frischmachen im Hotel, Abendessen im Postcards-Restaurant (wo Anina tolles Yukagericht und Gernot absolut nicht so tollen, weil zutodegebratenen Fisch bekommen) und Wandersachen packen für zeitige Abreise am kommenden Tag mit Ziel den 2-tägigen „Napali Coast Track“ (= Kalalautrail) zu absolvieren. Soweit die Kurzfassung… See you at Kalalau Trail!
4.2.-5.2.: Kalalau Trail (= Napali Coast Trek)
Am Freitag den 3.2. hatten wir den Wecker auf 6:15 gestellt. Grund: wir mussten zeitig frühstücken, unser Hotelzimmer im Hanalei Colony Resort räumen und mit fertig gepackten Rucksäcken um
spätestens 7:30 vom Parkplatz des nahegelegenen Haene State Park loswandern. Unser ursprünglicher Plan: den berüchtigten Napali-Coast Trail absolvieren. Das heisst: 11 Meilen und ca. 1000 Höhenmeter entlang eines unwegsamen aber wunderschönen Pfades entlang der von Regenwald bewucherten Steilklippen von Kauais rauer Nord-Westküste, am Kalalau Beach im gemieteten Zelt übernachten und am nächsten Tag zurückwandern.
Soweit der Plan.
Der Weg erwies sich von Beginn an als mittelmässig schwierig, führte entlang relativ steiler Aufstiege, bewaldeter Berghänge, über 2-3 Flüsschen zunächst zum „2-Mile Beach“. Bis dorthin dürfen alle Parkbesucher. Ab dann geht es nur noch mit vorgebuchter Übernachtungserlaubnis weiter. Wir hatten diese besorgt und so liessen wir gegen 10:30 die donnernde Gischt und die Kurzwandertouristen hinter uns, um die Wanderung schwer bepackt fortzusetzen. Der umgebende Regenwald und die Aussicht auf die steilen Klippen wurden von Kilometer zu Kilometer atemberaubender während der Weg gleichermassen anspruchsvoller wurde. Auf und ab, auf und ab ging es dem schmalen Pfad entlang. Die wenigen entgegenkommenden Wanderer warnten uns schon vor, dass der Weg ab Meile 6.5 besonders unwegsam und gefährlich werden würde.
Bei der ersten grösseren Rast nach dem 2-Mile Beach wurde uns bald auf ungute Art und Weise bewusst, dass wir wegen eines Missverständnisses keinen Mückenschutzspray eingepackt hatten. Einen Umstand, den wir während der 15 minütigen Rast mit ungefähr ebensovielen Schnagstichen (für die steirische Leserschaft: Gössenstichen) wie Rastminuten zu spüren bekamen. Die Temperatur war inzwischen auf gut 28 Grad gestiegen. Und so ging es schwitzend, mit juckenden Gliedern, aber grundsätzlich guten Mutes weiter. Um ca. 13:30 passierten wir das an wunderbaren Dschungelwasserbecken gelegene 6-Mile-Camp mit dem wir bald engere Bekanntschaft schliessen sollten…. Denn… um ca. 14:15 an der 6.5-Meilenmarke, nach 5 Stunden Nettogehzeit war dann für uns „Ende-Gelände“. Der Klippenweg hatte sich plötzlich von einem erdigen Dschungelpfad in einen steinigen durch Lavalandschaft führenden Steig verwandelt, der immer enger und abschüssiger wurde und schlussendlich ohne festen Tritt oder Halt an 100e Meter hohen Klippen vorbei führte. Für diese Art Abenteuer waren wir nicht gekommen. Hier weiterzugehen wäre prinzipiell lebensgefährlich gewesen und für uns nichtmal den schönsten Strand der Welt wert. Schweren Herzens aber guten Gewissens machten wir kehrt. Um 14:45 waren wir wieder am 6-Mile-Camp und trafen die Entscheidung an diesem Tag nicht mehr zurückzuwandern. Wir hatten bereits 5h 30min mit schweren Rucksäcken in den Beinen und wollten nicht mehr 4-5 weitere Stunden dranhängen, die uns sicherlich auch durch die Finsternis der Hawaianischen Wildnis geführt hätten. Daher nutzten wir die spärlichen Sonnenstrahlen in dem einsamen Dschungelcamp (ausser uns gab es nur 2-3 weitere Partien die im Wald verteilt ihre Zelte aufschlugen), um unser Zelt gleich neben dem grausigen Klohäuschen aufzubauen und uns in den paradiesischen Felsen-Pools des nahen Flüsschens frischzumachen. Gegen 17:00 kamen noch zwei junge nette Kanadier am Camp vorbei, die noch eine Zitrone vom Baum probierten und sich in den Kopf gesetzt hatten noch am selben Tag den Rückweg zu schaffen.
Die Dunkelheit bricht in Hawai ja um ca. 19:00 ein, und so nutzten wir den langen aber milden und wildromantischen Dschungel- Abend, um mühevoll ein Feuerchen in Gang zu bringen, den schwarzen Campkater Oscar anzulocken, Moskitos abzuwehren und ein ganz gutes Abendessen (Burritos mit Bohnen und Reis) zuzubereiten. Die Nacht war nicht kalt, die Insekten wurden nicht mehr und Wildtiere, die dem Menschen gefährlich werden können gibt es auf Hawai auch nicht. Daher wurde die Nacht im gemieteten Zelt in unseren dünnen Schlafsäcken viel ruhiger, gemütlicher und geruhsamer als angenommen. Mit den ersten Sonnenstrahlen wachten wir auf, machten uns im Fluss frisch, frühstückten, bauten alles ab, zeigten einem einsamen deutschen Wanderer das Klohäuschen und machten uns gegen 9:00 auf den Rückweg.
Mit Pausen schafften wir den Rückweg bis 14:00 problemlos und düsten mit unserem Nissan Rogue auch gleich weiter gen Südküste Kauais.
Der Zwischenstopp nach 1-stündiger Fahrt im Java-Kai Café, sowie ein guter Snack aus Salat und Falaffelburrito halt dann auch gegen Aninas Kopfweh. Am späten Nachmittag trafen wir in Waimea, im Süd-Westen der Insel (also eine fast vollständige Inselumrundung gegen den Uhrzeigersinn von Hanalei/Napali-Track entfernt) ein. Vom eher heruntergekommenen Kaff waren wir wenig beeindruckt. Dafür von unserer Unterkunft in der Waimea Cottage Plantation umso mehr…. Nach Pizza im nahen „Da Pizza Place“ fielen wir am Abend des 5.2. todmüde ins riesige Bett unseres Cottages.
6.2.-9.2.: Waimea, Canyon und Umgebung
Von unserem Cottage in Waimea aus erkundeten wir ab Sonntag 6.2. mit unserem Nissan Rogue die Umgebung. Die Süd-Westküste Kauais entpuppte sich als eher ruhig und friedlich. In der herzigen, kleinen, etwas abseits der Touristenrouten gelegenen Stadt Koloa Kamen wir gegen 10:00 im Dark Horse Café zum lange ersehnten Frühstück: Starker Cappuccino für Gernot, Tee für Anina und Veggie-Bagel (statt Avocado Bagel) für beide. Alles war fein, wenn es auch recht weh tat der langsamen Köchin bei der Zubereitung unserer Bagels vom kleinen Innenbalkon des Cafés aus zuschauen zu müssen: Wir bekamen zwischendurch Angst dass unser Abflug von Kauai am 9.2. dazwischen kommen würde, nachdem 5 Minuten für das Abschneiden und Auflegen der erste Tomatenscheibe ins Land gezogen waren. Nach weiteren 10 Minutes war dann der Streichkäse aufgetragen. Nunja: nach gut 30 Minuten hatten wir dann doch unseren Bagel :)
Im Touristenzentrum der Region, Poipu besorgten wir uns ca. 1h später einen weiteren Kaffee im Little Fish Café! Ausser Kaffeetrinken schafften wir es am 6.2. noch an den Strand von Poipu, in zwei nette Outdoor-Einkaufszentren, zum Living Foods, rechtzeitig zum Sonnenuntergang vor unserem Cottage und wieder zurück zum Abendessen nach Poipu, wo wir im Thairestaurant just die zwei Kanadier trafen, die wir ein paar Tage zuvor am Kalalautrail angetroffen hatten.
Am Montag den 7.2. joggten wir zeitig dem Strand entlang mit dem Sonnenaufgang um die Wette. Nach einem Frühstück auf unserer feudal-kolonialen Veranda fuhren wir ins Gebiet des nahen Waimea-Canyon. Entlang einer spektakulären Zufahrtsstrasse mit Aussicht auf den Ozean zur Linken und in den grössten Canyon der Pazifikregion zur Rechten, ging es in den Nationalpark. Dort konnte man an zahlreichen Aussichtspunkten parken und spektakuläre Kulissen steil abfallender, rötlich-grüner Lavagebirgsabhänge mit Regenwaldbewuchs und hinabstürzenden Wasserfällen bestaunen. Wow!
Wir unternahmen zwei längere Wanderungen hinaus auf die Klippen des Canyons und stärkten uns mit Salat, Kaffee und Coconut-Cake in der lieblichen Berghütte des Parks. Recht geschafft fuhren wir bei Sonnenuntergang zurück zum Cottage, machten uns frisch und schleppten uns mit letzten Kräften ins gar nicht so nahe Koloa. Koloa war einer der wenigen Orte in denen Montag Abend ein offenes Restaurant zu finden war… und zwar eines: Kenji Burger. In diesem Japan-Style Burgerrestaurant gab es erstaunlich gutes Essen (z.B.: Pommes mit Teriyaki Geschmack und Edamame). Gestärkt aber müde liessen wir den Abend bei Hörbuch bzw. Homepageeinträgen auf unserer Veranda ausklingen…
… Wir konnten die paar Stunden Schlaf gut brauchen, denn am Dienstag brachen wir dann um 9:00 wieder Richtung Canyon auf. Diesmal schlugen wir uns mit dem Nissan Rogue in entlegenere Bereiche des Nationalparks durch, die wir teilweise schon am Vortag ausgekundschaftet hatten. Jenseits der vielbefahrenen Asphaltpisten testeten wir die Geländegängigkeit unseres Nissan 4WD bis wir fanden, dass die Steinstrasse zu extrem wurde. Wir parkten also recht abseits, legten noch ca. 2.5km zu Fuss entlang der Schotterstrasse zurück und bogen dann, gut vorbereitet (also mit ausreichend Wasser, Sonnen-und Moskitoschutz) zur Sumpfwanderung quer durch das nasse Hochland des Canyons ab. Ca. 4-5h wanderten wir entlang bretterbewährter Pfade durch die teils regenwaldartige, teils alpin-wirkende Vegetation. Danach hatten wir uns ein Mittagessen mit Kaffee in der guten Berglodge verdient! Danach konnten wir noch ein paar Stunden (oder ehrlichgesagt eher: Minuten) in unserem Cottage bzw. am nahen Strand entspannen, bevor der Sonnenuntergang fotografiert werden wollte. … Für zuu umfangreiche Entspannung ist hier einfach keine Zeit :)
Zum Abendessen verschlug es uns diesmal zu einem mexikanischen „Food-Stand“ im Nachbarort, wo es sensationelle Nachos und Tacosalat, neben dem Highway zu geniessen gab.
Am Mittwoch den 9.2. hiess es wieder um 6:45 raus aus den Federn, denn wir wollten vor dem Auschecken, Packen und Abfahren noch einen etwas längeren Lauf entlang der Küstenstrasse unterbringen. Der Plan ging auf. Nachdem wir die geniale Unterkunft in Waimea hinter uns gelassen hatten, kamen wir im 10:30 noch zu Avocadotoast (mit Two Eggs „over-easy“), Cappuccino und Früchten im nahen Kaleoleos Café. Nach Zwischenstopp mit weiterem Kaffee in Poipus coolem Outdoor-Einkaufszentrum wurde getankt und um 14:30 unser Nissan Rogue am Flughafen zurückgegeben. Nun wurde es Zeit das wunderbare Kauai gen Hawaii-Big Island zurückzulassen. Es waren paradiesische 8 Tage!
9.2. - 12.2.: Kona, Big Island Hawaii
Am Mittwoch den 9.2. landeten wir abends auf Big Island. Nach kurzem aber geschickten Verhandeln mit Alamo, konnten wir unser Carbio gegen einen 4WD Nissan (ja, wiedermal Nissan) Pick-Up Truck tauschen. Gegen 20:00 trafen wir in einer weiteren recht coolen Unterkunft in Kona (direkt am Alii- Drive) ein und schafften es sogar noch vor Ladenschluss zu einem leckeren Abendessen im nahen Jackie&Rey Restaurant.
Zwischen 10.2. und 12.2. verbrachten wir dann ein paar abwechslungsreiche Tage in Kona und entlang der langgezogenen Westküste von Big Island. Dabei verschlug es uns von der Südspitze der Insel (= südlichster Punkt der USA) bis hin zum nördlich inmitten von Prärieland gelegenem Waimea. Im Norden verbrachten wir 1-2 Stunden am 69 Beach, genossen guten Kaffee im malerischen Waimea und unternahmen Freitag Abend eine geführte Paddle-Tour mit Unterwasserlicht und Sichtfenster zur Beobachtung der Unterwasserwelt. Diese Tour war was ganz besonderes. Gernot konnte sie allerdings nicht so recht geniessen, da er ordentlich seekrank wurde. Nunja, auch das ging vorbei und so blieb ansonsten noch viel Zeit, um weiteren guten Kaffee in Kona zu geniessen, interessante Leute kennenzulernen (wiedermal zwei Kanadier, diesmal aus Winnipeque), und einige feine Restaurants entlang der „Ocean Front“ von Kona auszuprobieren.
13.2.-16.2.: Volcano Eco Retreat, Volcano Hawaii
Am Sonntagmorgen den 13.2. machten wir uns in Kona früh auf den Weg. Wir checkten zeitig um 7:00 per SMS (das nie ankam) aus und besorgten und dann noch ein feines Frühstück im gleichen Café in dem wir zwei Tage zuvor die Kanadier getroffen hatten. Gestärkt starteten wir die 2-3 stündige Fahrt über die Saddle Road, zwischen den beiden höchsten Vulkanen der Insel hindurch bis Hilo. In Hilo, der zweitgrössten Stadt Hawaiis, machten wir Kaffeepause und düsten dann kreuz und quer durch die Vulkanhalbinsel um Hilo. Dabei wanderten wir entlang des beeindruckenden Black Sand Beach, wo Wellen auf erstarrte Lavaklippen donnern, fuhren über Urwald-umwucherte Strassen, besuchten die Rainbow-Falls und Lava-Tube Höhlen bei Hilo. Danach gabs wohlverdientes Abendessen in der Booch Bar. In tiefer, etwas verregneter Dunkelheit schlugen wir uns mit unserem Pickup danach ins abgeschiedene Volcano durch. Am Ende einer vermeintlich verlassenen Dschungelstrasse (der Hibiscus Road) und hinter gezählten 94 Strassenhügeln lag dann das wunderbare Volcano Ecoretreat Resort. Dort wurden wir mit Drinks und Fackeln herzlich empfangen und konnten unsere coole, wenn auch einfach gehaltene, gemütliche Hütte beziehen. Umgeben von Grün, romantischen Fackeln und Solarlichtern könnten wir dann spätabends sogar noch ein heisses Bad geniessen. Dass an dem Tag der Super-Bowl lief hatten wir eigentlich nur dadurch bemerkt, dass im Kaufe des Nachmittags mal alle Autos von den Strassen verschwanden (sehr angenehm).
Am Montag den 14.2. und Dienstag den 15.2. starteten wir jeweils früh und von unglaublich feinem, veganem Frühstück begleitet in den Tag. Wir brauchten jeweils die Stärkung, da wir an beiden Tagen verschiedene Wanderrouten im „Volcano National Park“ des berüchtigten aktiven Vulkans Kilauea in Angriff nahmen. Während wir am Montag eher die vielbesuchten Wege entlang der Hauptkrater bewanderten und über die Mächtigen Dampfschwaden staunten, führte uns die Dienstagwanderung durch einen abgelegeneren Teil des Parkes, quer durch ein riesige, erstarrtes Lavafeld, entlang eines 1969 halb-verschütteten Highways, durch Riesenfarnwald hin zum Rand zweier mächtiger Nebenkrater und zu einem durch Lava versteinerten Wald. Wunderbar! Wunderbar war ausserdem, dass wir uns Montagabend nicht nur für Pizza bei Franky‘s, sondern auch zur nächtlichen Vulkanbesichtigung entschieden hatten. Der Anblick des glühenden Lavasees in der „Caldera“ des Kilauea (der übrigens erst 2018 die halbe Kraterrundfahrtstrasse mitgerissen hatte) war schon überwältigend!
Mit diesen krönenden Höhepunkten neigte sich unsere Hawaii 2022 Reise dann auch langsam ihrem Ende entgegen. Mittwoch Morgen begann mit unserem Flug zurück nach Honolulu sozusagen der Anfang der Rückreise.